Wo man in den eigenen vier Wänden wohnt
Kantonale Unterschiede in der WohneigentumsquotenIn der Ostschweiz lebt ein höherer Anteil der Bevölkerung im Eigenheim als im Schweizer Schnitt – doch die Unterschiede sind markant. Während in ländlichen Gemeinden teils über zwei Drittel Eigentum besitzen, liegt die Quote in Städten wie St.Gallen oder Rorschach unter 20 Prozent.Der Traum vom Eigenheim hat nichts von seiner Bedeutung eingebüsst, im Gegenteil: Gemäss dem neusten Immobilienmarktbericht der St.Galler Kantonalbank stieg die Zahl der Suchabonnemente für Eigentumswohnungen im ersten Quartal 2025 um fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ging das Angebot an Kaufobjekten zurück. Im 1. Quartal 2025 schrumpfte das Angebot an Eigentumswohnungen auf nur 3.0% im Verhältnis zum Bestand. Bei den Einfamilienhäusern verharrt die Angebotsziffer mit 1.4% auf einem äusserst tiefen Niveau. Beide Werte liegen klar unter dem schweizweiten Durchschnitt und auch unter dem kantonalen Mittelwert der letzten zehn Jahre. Die Kantonalbank begründet die sich öffnende Schere zwischen Angebot und Nachfrage unter anderem in der unzureichenden Neubautätigkeit.
Mehr Wohneigentum in der Ostschweiz
Es ist deshalb wenig verwunderlich, dass die Eigentumsquote in den vergangenen Jahren leicht zurückging. 2023 lebten 35.8% der Schweizer Bevölkerung in den eigenen vier Wänden (2018: 36.6%). Im Kanton St.Gallen lag der Wert mit 38.7% (2018: 41.1%) etwas über dem Schweizer Schnitt, in der ganzen Ostschweiz mit 42% (2018: 43.3%) noch etwas höher.
Grosse Unterschiede zwischen Gemeinden
Zwischen den Regionen des Kantons St.Gallen sind jedoch klare Unterschiede festzustellen. Die höchste Eigentumsquote wird im Toggenburg gezählt: Fast jede zweite Person lebt in der eigenen Immobilie (siehe Grafik). Mit rund einen Viertel weist die Region St.Gallen dagegen die tiefste Wohneigentumsquote auf. Verantwortlich für diesen tiefen Wert ist die Hauptstadt: In St.Gallen hat nur rund jeder Sechste Wohneigentum. Eine ähnlich tiefe Wohneigentumsquote weist nur Rorschach mit 19% auf, gefolgt von Buchs mit 27.2%. Am anderen Ende der Skala liegen erwartungsgemäss kleinere und ländliche Gemeinden wie Rüthi mit 69.2%, Berg mit 68.1% und Niederhelfenschwil mit 67.3%.
Vergleich mit anderen Städten
In den Städten fällt der Verdichtungsdruck besonders stark aus, was Angebot und Möglichkeiten für Wohneigentum immer mehr einschränkt. Der Blick auf die grössten Städte der Schweiz belegt dies: Die Wohneigentumsquoten betragen in Zürich 8.4%, in Genf 6.6%, und in Basel 13.5%. Von den zehn grössten Städten weisen Winterthur mit 23.0% und Lugano mit 28.3% eine höhere Wohneigentumsquote als die Stadt St.Gallen aus.
Immobilienmarktbericht der St.Galler Kantonalbank vom Juni 2025