Impulse für die Zukunft
Rückblick HEV Info-Treff bei der acrevis BankWie verändern neue Finanzregulierungen und die Energiewende das Wohneigentum? Und wie bleibt das Wohneigentum auch im Alter tragbar? Am HEV Info-Treff bei der acrevis Bank St.Gallen erhielten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer praxisnahe Einblicke zu den Herausforderungen der kommenden Jahre.Finanzierung, Regulierung und Energieversorgung: Kaum ein Themenfeld beschäftigt Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer derzeit so stark wie die rasanten Veränderungen rund um das Wohneigentum. Der HEV Info-Treff zum Start des Advents bei der acrevis Bank St.Gallen griff diese Fragen auf und bot unter dem Titel «Impulse für die Zukunft: Finanzwelt & Immobilien» eine kompakte Standortbestimmung – praxisnah und gut verständlich.
Höhere Eigenmittelanforderungen
Nach der Begrüssung durch René Lichtensteiger, Bereichsleiter Privat- und Firmenkunden bei der acrevis Bank, wurde rasch klar: Die Rahmenbedingungen für Immobilienfinanzierungen verändern sich spürbar. Jürg Süess, Leiter Finanzieren, ordnete die neuen Eigenmittelvorschriften Basel III ein, die seit anfangs Jahr gelten. Sie sind eine direkte Lehre aus früheren Finanzkrisen und zielen auf mehr Stabilität im Bankensystem ab. Für Hypothekarnehmer bedeutet dies vor allem eines: Je höher das Risiko einer Finanzierung, desto strengere Anforderungen an Eigen-mittel und Tragbarkeit. Umso wichtiger werden realistische Bewertungen und eine vorausschauende Finanzplanung.
Mythen zur Finanzierung
Im Anschluss räumte Thomas Bodenmann, Teamleiter Finanzieren bei der acrevis Bank, mit hartnäckigen Mythen rund um die Finanzierung im Ruhestand auf. Weder bedeute die Pensionierung automatisch das Ende einer Hypothek, noch sei der Verkauf des Eigenheims unausweichlich. Entscheidend seien vielmehr Belehnung, Einkommen und langfristige Tragbarkeit. Mit der «65x35-Zauberformel» zeigte Bodenmann auf, dass eine Hypothek auch im Alter gut tragbar sein kann – vorausgesetzt, die Weichen werden frühzeitig gestellt.
Tiefgreifender Energiewandel
Den Blick über die finanzielle Perspektive hinaus öffnete Marco Zahner von der Energieagentur St.Gallen. Sein Referat zeigte eindrücklich, wie tiefgreifend und rasant sich das Energiesystem aktuell wandelt. Der massive Ausbau der Photovoltaik, der Atomausstieg, die Elektrifizierung von Verkehr und Heizsystemen sowie neue gesetzliche Vorgaben führen zu einer grundlegenden Neuausrichtung. Hauseigentümer stehen dabei im Zentrum dieser Entwicklung. Förderprogramme, Eigenverbrauchslösungen und lokale Energiegemeinschaften eröffnen neue Möglichkeiten, aktiv zur Energiewende beizutragen und gleichzeitig Kosten zu optimieren. Das Zielbild für das Gebäude der Zukunft ist klar definiert: erneuerbar beheizt, hervorragend gedämmt, intelligent vernetzt und zunehmend selbstversorgend beim Strom. Wer heute investiert, erhöht nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch den langfristigen Wert seiner
Liegenschaft.
In seinem Schlusswort verwies HEV-Präsident Christoph Bärlocher auf die gewonnene Abstimmung und die Abschaffung des Eigenmietwertes. Angesichts der Angriffe auf das Eigentum würden dem Hauseigentümerverband jedenfalls noch nicht so schnell die Themen und die politische Arbeit ausgehen.