Hohe Effizienz bei geringerem Energieverbrauch
Auf der Suche nach der auf die individuellen Bedürfnisse am besten zugeschnittenen Heizungsart mit höchstmöglicher Effizienz stellt sich zunächst die Frage nach dem Energieträger, seiner Umweltfreundlichkeit sowie den Anschaffungskosten für die Anlage. Zu berücksichtigen sind ferner der jeweilige Platzbedarf sowie die künftigen Ausgaben für Pflege und Instandhaltung. Aber auch mit gesetzlichen Vorgaben und Fördermöglichkeiten sollte man sich vertraut machen.Es ist ein offenes Geheimnis, dass Hausbesitzer bei der Anschaffung ihres Heizsystems stärker auf Investitionskosten achten als auf die laufenden Kosten. Das zeigt sich besonders bei Gasheizungen, die weniger kosten als Wärmepumpen, Holzpelletheizungen oder ein Fernwärmeanschluss, obgleich bei einer umweltfreundlicheren Heiztechnologie staatliche Fördergelder winken.
Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die laufenden Kosten einkalkuliert. Diese werden bei herkömmlichen Systemen meistens unterschätzt. Demnach machen alternative und in der Anschaffung teurere Heizungsarten über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten den Kostennachteil wett. Holzheizungen amortisieren sich noch schneller: Ab einer Laufzeit von 13 Jahren unterschreiten ihre Gesamtkosten die einer Gasheizung. Langfristig schneiden auch Wärmepumpen signifikant besser ab.
Wärmepumpen
Diesen Geräten, an deren Weiterentwicklung kontinuierlich gearbeitet wird, kommt bei der Energiewende zweifellos eine tragende Rolle zu. Studien zufolge verbrauchen etwa Luftwärmepumpen bei tiefen Temperaturen zwei- bis dreimal weniger Energie als mit fossilen Energieträgern betriebene Anlagen. Wer sich ein besonders effizientes Modell zulegt, trifft demnach eine gute Wahl.
Ist das fragliche Eigenheim zudem korrekt gedämmt und wird das Heizsystem mit einer Solaranlage kombiniert, kommen punkto Energiebilanz weitere Pluspunkte hinzu. Bis zu 80 Prozent des Energiebedarfs können über Wärmepumpen nach dem neuesten Standard wirksam und umweltfreundlich aus der Natur bezogen werden.
Wie ein hoher Wirkungsgrad erzielt wird
Ist die Vorlauftemperatur optimal auf die jeweiligen Bedingungen eingestellt, kann man sich über einen hohen Wirkungsgrad und moderatere Energierechnungen freuen. Wenn auch an extrem kalten Tagen 55 Grad ausreichen, um das Haus angenehm warm zu bekommen, sind Wärmepumpen wohl die beste Wahl. Um das herauszufinden, stellt man die vorhandene Heizung an einem frostigen Tag einmal auf dieses Niveau ein und prüft, ob die Räume noch ausreichend warm werden. Öl- und Gaskessel erzeugen meist höhere Temperaturen.
In wirtschaftlicher Hinsicht lohnen sich Wärmepumpen, wenn sie eine möglichst hohe Jahresarbeitszahl erreichen. Diese Kennzahl bildet die jeweilige Effizienz des Heizsystems ab. Wenn sie bei der Ziffer vier liegt, bedeutet das, dass aus 25 Prozent Strom 75 Prozent Umweltwärme gewonnen wird. Eine moderne Wärmepumpe erreicht Jahresarbeitszahlen von drei bis fünf. Im Neubau sind Wärmepumpen heute Standard; im Gebäudebestand hingegen sind dafür eventuell bauliche Eingriffe nötig.
Holzverfeuerungsanlagen
Holzheizungen in Form von Stückholz-, Pellet- oder Hackschnitzelanlagen gehören zu den etablierten Alternativen zu fossilen Energieträgern. Sie nutzen erneuerbare Biomasse und gelten als CO2-neutral, da bei der Verbrennung nur jene Menge Kohlendioxid freigesetzt wird, die der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Stückholzheizungen werden manuell mit gespaltenem Holz beschickt und eignen sich besonders für Hausbesitzer, die über eigene Holzressourcen verfügen.
Hackschnitzel- oder Pelletheizungen arbeiten weitgehend automatisch und bieten sich für grössere Liegenschaften oder Betriebe an. Beide Systeme benötigen jedoch ausreichend Lagerplatz und verursachen höhere Investitionskosten. Dafür profitieren sie langfristig von stabilen Brennstoffpreisen und einer hohen Versorgungssicherheit – ein Vorteil, der angesichts volatiler Energiepreise zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Blockheizkraftwerke
Genügend Platz vorausgesetzt, besteht die Möglichkeit, in seinem Keller ein kleines Blockheizkraftwerk einzubauen. So können Strom und Wärme erzeugt und der Energiebedarf eigenständig gedeckt werden.
Die Kraftwerke gibt es in drei unterschiedlichen Grössen: Das Nano-BHKW erzeugt bis zu 2,5 Kilowatt elektrische Leistung und zehn Kilowatt thermische Leistung. Das etwas grössere Mikrokraftwerk bringt zwischen 2,5 und 20 Kilowatt elektrische Leistung und zwischen zehn und 40 Kilowatt thermische Leistung. Mit einem Minikraftwerk lassen sich zwischen 20 und 50 Kilowatt elektrische Leistung und über 50 Kilowatt thermische Leistung produzieren. Diese Geräte haben den Vorteil, dass sie fast die gesamte eingesetzte Energie in Wärme und Strom umwandeln.
Hohe Anschaffungspreise dämpfen die Nachfrage
Das am besten geeignete Modell für den Privatgebrauch hängt von der Eigenheimgrösse sowie der Bewohnerzahl und vom Strom- und Wärmebedarf ab. Erfahrungsgemäss lohnt sich die Anschaffung erst dann, wenn das BHKW an mehr als 5500 Stunden im Jahr eingesetzt wird.
Dabei erzeugt ein Verbrennungsmotor Strom und Wärme. Dieser wiederum wird entweder mit Erdgas, Flüssiggas oder Öl, seltener Diesel, betrieben. Somit bleibt man mit einem eigenen Blockheizkraftwerk weiterhin von den Gas- und Ölpreisen abhängig. Inzwischen gibt es jedoch Varianten, die auch mit Holzpellets oder sogar Kohle betrieben werden können.
Solche Anlagen werden als umweltfreundlich eingestuft, weil die Primärenergie effizient genutzt und weniger Kohlendioxid freigesetzt wird. Wenn die vorhandenen Anlagen – Photovoltaik oder Windkraft – nicht ausreichend Energie liefern, kann ein Blockheizkraftwerk als Ergänzung diese Versorgungslücke schliessen. Landesweit kommt diese nach wie vor recht teure Technologie im Privatsektor nicht richtig voran.
Brennstoffzellenheizungen
Sie zählen zu den jüngeren und relativ komplexen Technologien. Auch hier ist mit höheren Anschaffungskosten zu rechnen. Dafür kann man mit einer solchen Anlage ebenfalls Wärme sowie Strom erzeugen. Bei diesem Verfahren reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff, weshalb der Prozess «kalte Verbrennung» heisst. Für Brennstoffzellenheizungen ist ein Gasanschluss nötig.
Innerhalb der Heizungsanlage verbindet sich der Wasserstoff aus dem Methangas mit Sauerstoff. So wird sowohl Strom als auch Wärme generiert, wobei bis zu 90 Prozent der entstehenden Mengen genutzt werden können.
Brennstoffzellenheizungen sind für Gebäude mit einem niedrigen Wärmebedarf hervorragend geeignet, da ihr hoher Wirkungsgrad einen wirtschaftlichen Betrieb erlaubt. Vorteilhaft ist zudem, dass die Anlage sehr leise arbeitet und brandsicher ist. Wegen ihrer kompakten Form finden solche Heizungen heutzutage problemlos auch in modernen Einfamilienhäusern Platz.
Fernwärme vor ungewisser Zukunft
Weil die Versorgung mit Gas in der Schweiz nach und nach zurückgefahren wird, hat das Thema Fernwärme mehr Bedeutung bekommen. Zwar wird das Fernwärmenetz derzeit mit grossem Aufwand erweitert, da die Fernwärme als «grüne» und «nachhaltige» Lösung gepriesen wird. Die Realität sieht weniger rosig aus: Der Wechsel zu Fernwärme ist flächendeckend schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Wohngebiete in Hanglagen sowie Aussenquartiere etwa bleiben beim Anschluss aussen vor.