Editorial

Die Zukunft gehört dem Eigentum!

Abschied als HEV-PräsidentEigentum als Grundlage von Freiheit, Verantwortung und Wohlstand gilt es entschlossen zu verteidigen. Angesichts wachsender Regulierungen und zunehmender Belastungen braucht es mehr Eigenver­antwortung, politisches Engagement und klare Stimmen für das Eigentum. Denn die Zukunft gehört dem Eigentum – wenn wir uns aktiv für dessen Schutz einsetzen.
Die Zukunft gehört dem Eigentum!

«Kaufe Land, Gott schafft keines mehr». Diese Weisheit von Mark Twain setze ich an den Anfang meines letzten Editorials an Sie, liebe Eigentümerinnen und Eigentümer. Ja, Eigentum kann man nicht vermehren, aber man kann es halten, erneuern, weitergeben und mit der nächsten Generation teilen. Eigentum ist die Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft und unseres Rechtsstaates. Nur privates Eigentum verbindet Freiheit mit Verantwortung, Entscheidung mit Haftung und Rendite mit Risiko. 
In letzter Zeit ist das Eigentum immer wieder unter Druck geraten. Immer häufiger erschallt der Ruf nach dem Staat als Versorger, Fürsorger und Vorsorger. Das alles muss finanziert werden. Mit einer immer stärkeren Belastung des Eigentums geht das leicht. Grundeigentum kann nicht fliehen. Jene, die den Wohlstand erarbeiten und jene, die sich mit harter Arbeit Eigentum erworben haben, werden darüber hinaus zunehmend infrage gestellt: «Die Alten verbrauchen zu viel Wohnraum», «Einfamilienhäuser sind verantwortlich für überfüllte Züge und Strassen, weil damit die Zersiedelung gefördert wird» und so weiter und so fort. Diese und andere Dummheiten füllen die Spalten der Medien, verbunden mit dem Ruf nach noch mehr Regulierung.

Wir wissen, dass das nicht so ist. Aber was tun wir dagegen? Schweigen wir? Brigitte Witzer, deutsche Professorin und Veränderungsmanagerin, stellte schon vor einigen Jahren in einem interessanten Buch «Die Diktatur der Dummen» fest, dass Demokratie zweifellos die grösste Errungenschaft sei, zu der wir Menschen es gebracht hätten. «Was aber, wenn die Klügeren, die Besonnenen und Rücksichtsvollen immer öfter den Schreihälsen weichen, den Wichtigtuern und den Selbstherrlichen? Dann wird aus der Demokratie ganz schnell eine Idiokratie, eine Diktatur der Dummen, weil die Klügeren immer nachgeben.» Sie hat recht. Wir wissen ja auch dank Mark Twain, dass der Jammer bei den Weltverbesserern darin liegt, dass sie nie bei sich selbst anfangen. 
Stemmen wir uns wirkungsvoll gegen die Pandemie der Eigentumsfeindlichkeit und der Regulierungsrezepte. Stellen wir die Frage, wie trotz Krise und Staatsverschuldung die Wirtschaft mit mehr Eigenverantwortung und Bekenntnis zum Eigentum wieder gestärkt werden kann. Fördern wir im politischen Diskurs den Kampf um das Eigentum mit Unterstützung der gescheiten Schwierigen, nicht der dummen Folgsamen. Vergessen wir bei allen Rezepten für neue staatliche Bevormundung und Abschöpfung nicht, dass dieser Staat letztlich nur eine Wohltat kennt, nämlich jene, Hort des Rechts zu sein (Jacob Burckhardt). Der Sinn von Politik ist Freiheit, nicht Bevormundung und nicht Beschränkung von Freiheit und Eigentum. 

  

Ich wünsche uns, dass sich viele Menschen in diesem Staat und viele Eigentümer künftig wieder stark und wahrnehmbar für das Eigentum einsetzen. Das ist durchaus mit Erfolg verbunden. Eine Steuer abzuschaffen, wurde in der Schweiz jahrzehntelang als ein Ding der Unmöglichkeit bezeichnet – bei der Eigenmietwertbesteuerung hat man das über 110 Jahre versucht. Am 28. September 2025 haben wir es gemeinsam geschafft, weil wir unsere Stimme für die Zukunft des Eigentums wirkungsvoll erhoben haben. Weil wir uns alle gemeinsam engagiert haben. Dieses Engagement wird künftig noch stärker notwendig sein – im Bereich der fiskalischen Belastung, der Bekämpfung der Regulierungswut, aber auch im Bereich einer ideologiefreien Mobilität.
Wir kennen das Rezept. Zubereiten müssen wir die möglichst regulierungsarmen Gerichte selber. Dieses Engagement kann man nicht delegieren. Und Begeisterung für freiheitliche Lösungen und den Kampf ums Recht auch nicht. 

Also: Bleiben wir auch weiterhin in Bewegung als selbst bestimmende Bürger und Menschen – für unser Eigentum und den Wunsch, aus eigener Leistung Eigenes zu schaffen, zu besitzen und weiterzugeben – auch in einer zunehmend virtuellen Welt.
Die letzten 14 Jahre durfte ich den Kantonalen Hauseigentümerverband führen und nach innen und nach aussen vertreten. Dabei haben wir gemeinsam viel erreicht, weil wir immer wieder geschlossen aufgetreten und mutig für das Eigentum eingestanden sind. Ich trete jetzt zurück – mit grosser Dankbarkeit für die Unterstützung, die ich von der Geschäftsleitung, den Sektionen und ihren Vorständen und – vor allem auch von Ihnen, liebe Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, in schriftlichen und ganz persönlichen Begegnungen immer wieder erfahren durfte. 
Ich danke Ihnen für das mir an der Verbandsspitze entgegengebrachte Vertrauen. Übertragen Sie es bitte auf meinen Nachfolger Christian Willi, der es verdient und der seinerseits für diese Freiheit und das Eigentum mit Kraft und Augenmass einstehen wird. 
Die Zukunft gehört dem Eigentum. Unser engagierter Weg dorthin ist das Ziel.