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Das Dach muss passen

Prinzipiell gibt es keine richtige oder falsche Dachform. Dennoch eignen sich nicht alle Dächer automatisch für jedes Haus und jede Region. Neben dem jeweils anfallenden Pflegeaufwand ist bei der Wahl der Dachform wichtig, dass sie zur Fassade sowie zur umliegenden Dachlandschaft passt.
Das Dach muss passen
Mansardendach

Es ist primär die Dachform, die das Erscheinungsbild eines Hauses prägt. Dabei weichen die Formen nicht nur optisch voneinander ab. Sie haben auch verschiedene Vor- und Nachteile. Ein schönes und gepflegtes Dach wertet die Liegenschaft zweifelsohne auf. Zusammen mit der Fassade schützt es das Haus vor der Witterung. Deswegen lohnt es sich, diesen Gebäudeteil stets in gutem Zustand zu halten und ihn regelmässig auf mögliche Schäden hin zu überprüfen.

Flachdach

Das Flachdach als Triumph der Geradlinigkeit

Die beliebtesten Dachformen entsprechen dem Trend zur Geradlinigkeit. Daher stehen schnörkellose Formen auf der Beliebtheitsskala an erster Stelle. Ein weiterer, nicht weniger wichtiger Grund ist, dass solche Dächer deutlich pflegeleichter sind.

Das Flachdach hat eine leichte Neigung, höchstens zehn Grad, und ist es die einfachste Form der Eindeckung. Flachdächer sind im Mittelmeerraum schon seit der Antike weitverbreitet. Heutzutage lassen sich Flachdächer hundertprozentig abdichten und eignen sich daher auch für regenreiche Regionen. Besonders bei Passivhäusern sind sie beliebt, weil sie den Einbau einer grösseren Solaranlage ermöglichen. Oder dem Hausbauer zu einer Dachterrasse verhelfen.

  

Pultdächer steigen auf der Beliebtheitsskala

Auch Pultdächer schmücken immer mehr Häuser. Und das nicht nur, weil sie sich einfach bauen lassen. Unter den Architekten findet ihre geradlinige Form grosse Akzeptanz, vor allem als versetzte Pultdächer, auch Doppelpultdächer genannt. Früher wurde dieser Typus nur bei Designerhäusern eingesetzt. Die Konstruktion besticht durch ihre Schlichtheit, da sie nur aus einer geneigten Dachfläche mit einer unteren und einer oberen Kante besteht.

Normalerweise wird die zweite Dachfläche am Doppelpultdach zur ersten versetzt gebaut. Das schafft die Möglichkeit, dass über dem unteren Pult in der Wand Fenster eingebaut und die Dachräume nach persönlichen Vorstellungen gestaltet werden können. Da in diesem Fall genügend Tageslicht vorhanden ist, wächst die Wohnfläche.

Häuser mit einem versetzten Pultdach weisen in ihrem Inneren zwei Ebenen auf. Wenn die Neigung minimal ist, fällt der für andere Dachformen charakteristische Raumverlust bei diesem Typus kaum ins Gewicht, da Schrägen praktisch fehlen. Auch energieeffiziente Häuser werden oftmals mit Pultdächern ausgestattet.

Pultdach

Ein mediterraner Hauch

Mit einem Zeltdach kann man zumindest in architektonischer Hinsicht etwas mediterrane Atmosphäre schaffen. Diese Dachform ist nur für Häuser mit quadratischen oder runden Grundrissen geeignet. Ihr Aufbau ist nicht kompliziert – mindestens drei gegeneinander geneigte Flächen laufen in einer Spitze zusammen.

Die Neigung kann auch hier von sehr steil bis fast flach ausfallen. Wer auf seinem Zeltdach eine Solaranlage unterbringen möchte, sollte eine flachere Variante wählen. Laut Experten ist ein Winkel zwischen 25 und 35 Grad am geeignetsten. Auch mit diesem Typus bekommt das Dachgeschoss ausreichend Tageslicht.

Zeltdach

Tonnendächer krönen heute auch Privatgebäude

Das Tonnendach mit seiner eleganten Halbkreiswölbung war früher einzig auf öffentlichen Gebäuden zu sehen. Doch stösst diese Konstruktion heute auch bei Privathäusern auf grosse Nachfrage. Und das nicht zuletzt, weil es dem Wohnhaus zu einer dezent exotischen Note verhilft.

Das Tonnendach besitzt ausgesprochen gute statische Werte. Es benötigt wenig Platz und deshalb können grössere Räume einfach überspannt werden. Solarmodule kann man darauf allerdings nicht anbringen und die Auswahl an Baumaterialien ist begrenzt. Metall und Schiefer sind bestens geeignet. Titanzink zum Beispiel ist nicht nur sehr modern, der blaugraue Baustoff lässt sich auch flexibel verarbeiten.

Tonnendach

Ein Satteldach begeistert durch seine Witterungsbeständigkeit

Satteldächer sind vor allen Dingen witterungsbeständig. Deswegen trifft man sie in eher kälteren Zonen an. Sie setzen sich aus zwei Dachflächen mit meist gleicher Neigung zusammen, die im höchsten Punkt miteinander verknüpft sind. Auch bei dieser Form kann der Neigungswinkel unterschiedlich ausfallen.

Hierfür spielen die klimatischen Bedingungen eine massgebliche Rolle. In regnerischen und windigen Regionen sind Satteldächer in der Regel steil, mit einer Neigung von mindestens 45 Grad, damit kein Wasser ins Haus gelangt. Im Gebirge sind Satteldächer mit einer geringeren Neigung typisch. So wird der Schnee besser aufgefangen und rutscht nicht ab.

Auch dieser Dachtyp ist schlicht, was ihn zugleich traditionell und modern wirken lässt. In Kombination mit anderen Dachformen können optisch ansprechende Konstruktionen geschaffen werden. Man kann ein Satteldach mit Dachfenstern und Gauben versehen und die Zimmer direkt unter dem Dach für Wohnzwecke herrichten.

Beim Mansarddach handelt es sich um ein Satteldach mit fast senkrecht abgeknickten Dachflächen im unteren Bereich. Man verfügt auch bei diesem Typus über eine grosse Auswahl an geeigneten Materialien. Dachziegel oder Dachsteine unterstreichen das Klassische am Satteldach perfekt. Für Gauben und Dachfenster erzielt man mit Zink eine elegante Note. Auch Schiefer findet als Eindeckung für ein Sattel- und Mansarddach oftmals Einsatz.

Satteldach

Grazile Walm- und Krüppelwalmdächer

Mit seinen vier abfallenden Flächen schützt das Walmdach die Liegenschaft auf allen Seiten. Diese vermutlich älteste Dachform hat eine jüngere Variante, das Krüppelwalmdach. Dabei werden die Front- und die Rückseite kürzer ausgebaut, damit auch das Dachgeschoss zum Wohnen benutzt werden kann. Auch hier lassen sich Gauben oder Fenster einbauen. Walm- und Krüppelwalmdächer sind ebenfalls für wind- und schneereichen Regionen typisch. Häufig wird als übliche Dacheindeckung Schiefer eingesetzt. Ziegel und Dachsteine verleihen einem Walmdach fraglos Grazie.

Walmdach